COVID-19 und Medizinforschung

Die COVID-19 Krise hat einen grossen Widerspruch in der medizinischen Forschung zum Vorschein gebracht:

Bevor es zu klinischen Tests am Menschen kommt, werden normalerweise Tierversuche durchgeführt. Diese Versuche dienen dazu, gesunde Freiwillige zu finden, die sich für solche Tests zur Verfügung stellen. Wenn es aber, wie in diesemFall, bereits Erkrankte gibt, und sich eine Krankheit schnell entwickelt, bestätigen dieselben Forscher, dass sofort an Menschen getestet werden muss, da Tierersuche auswissenschaftlicher Sicht, nicht zu verlässig sind. Nachfolgend unterbreiten wir die Analysen von Wissenschaftlern, die genauso wie wir, für die Abschaftftung derTierversuche kämpfen. 

«Die COVID-19 Pandemie ist eine beispiellose Gelegenheit, unsere traditionelle medizinische Forschungs- und Präventionsstrategie gründlich neu zu bewerten. Angesichts des viralen Tsunamis hatten die Forscher keine Zeit für ihre übliche Vorgehensweise: Die erste wäre gewesen, eine oder mehrere Tierarten zu finden, die als “Modell” dienen, um den Zyklus von Infektionen und induzierten Pathologien zu untersuchen, um Behandlungen zu finden und möglicherweise auch einen Impfstoff.

Im Falle einer saisonalen Grippe haben Mediziner bekannte Mittel und Methoden, die zur Senkung der Infektionsrate dienen, wie beispielsweise antivirale Medikamente, die die Schwere der Symptome und die Dauer der Krankheit reduzieren können. Doch angesichts der “höheren Gewalt”, die COVID-19, auferlegt, haben sich mehrere Mediziner-Forscher dazu entschlossen, innovative Behandlungen direkt an Patienten zu ex- perimentieren.

Derzeit (Anfang April) handelt es sich nicht, um Moleküle, die noch niemals getestet wurden. Es handelt sich um bereits existierende Medikamente, die bereits für andere Krankheiten eingesetzt werden, oder verschiedene Arzneimittelkombinationen, die bereits auf dem Markt sind. Diese Studien am Menschen werden als “klinische Prüfungen”. bezeichnet. Ziel ist es, die Wirksamkeit einer Behandlung nach Zustimmung der Ethikkommissionen und der informierten Zustimmung des Patienten zu bewerten. Die Definition des International Committee of Medical Journal Editors lautet wie folgt: “Jedes Forschungsprojekt, das Menschen prospektiv an Interventions- und Vergleichsgruppen zuweist, um den kausalen Zusammenhang zwischen einem medizinischen Verfahren und der Entwicklung eines Gesundheitszustandes zu untersuchen”.

Einer klinischen Studie gehen in der Regel mehrere sogenannte “präklinische” Phasen voraus, um die Toxizität und Wirksamkeit einer neuen Behandlung zu bewerten. Eine dieser Vorgehensweisen sind Tierversuche. Diese Regelungspflicht ist seit 1947 im Nürnberger Kodex und in den nachfolgenden nationalen und internationalen Rechtsvorschriften verankert. Gemäss der U.S. Food and Drug Administration (FDA) jedoch, scheitern während der klinischen Studien am Menschen neun von zehn Medikamenten, die die erforderlichen Tierversuche bestanden haben (aufgrund mangelnder Wirksamkeit, oder aufgrund von Nebenwirkungen, die während der Tierversuche nicht identifiziert wurden), mit einer 10%igen Zuverlässigkeitsrate. Selbst viele Forscher, die in diesem Wettlauf gegen die Zeit verwickelt sind, um einen Impfstoff gegen COVID-19 ausfindig zu machen, erkennen, dass Tierversuche unzuverlässig sind, wenn es darum geht, menschliche Reaktionen vorherzusagen. Hier sind einige ihrer Aussagen:

– Tal Zaks, medizinischer Direktor von Moderna, einem erfolgreichen US-Impfstoffunternehmen, sagt: “Ich glaube nicht, dass das Tiermodell der richtige Weg ist, um mit einer klinischen Studie fortzufahren” (1).

– Barney Graham, Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) mit Sitz in denVereinigten Staaten stellt fest, dass “klassische Labormäuse dem Coronavirus nicht so ausgesetzt sind, wie der Mensch” (2).

– Karen Maschke, Herausgeberin der Zeitschrift Ethics & Human Research, hat darauf hingewiesen, dass Tierstudien oft schlechte Prädiktoren dafür sind, was beim Menschen wirklich effizient ist (3).

Natürlich ist die Entwicklung eines neuen Impfstoffs nicht ohne Risiken. Aus diesem Grund sind evidenzbasierte Technologien erforderlich, so wie es die “kundenspezifische” Medizin und Impfstoffe zeigen. Tatsächlich entdecken Ärzte und Forscher anhand von Patientendaten, dass wir nicht alle gleich sind, was das Infektionsrisiko mit diesem Virus ange- langt.

Warum sind Kinder beispielsweise viel weniger empfindlich als ältere Menschen? – (Red. Weil Kinder noch nicht so vergiftet sind wie Erwachsene.) – Daher sind die klinischen Informationen, die sich gerade ansammeln, die besten Daten, um personalisierte Behandlungen zu entwickeln. D.h. dass, für jeden Einzelnen, einfach gezielter und effektiver, mit weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Behandlungsmethoden. Es ist daher eine Gelegenheit, sich endgültig vom “Tiermodell” zu lösen, ein Paradigma, das zum XIX Jahrhundert gehört, und sich endlich auf den Menschen zu konzentrieren. Der Versuch, eine menschliche Erkrankung in einem Tier zu reproduzieren, ist ein wissenschaftlicher Irrweg. Es bedeutet, das komplexe System, das wir sind, und die verschiedenen komplexen Systeme, aus denen unser Organismus besteht, wie das Immunsystem, nicht zu berücksichtigen. Jede Tierart ist ein komplexes System, das nicht als Modell für eine andere Art fungieren kann. Bereits beim Menschen gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, Männer und Frauen, in Bezug auf die Empfindlichkeit gegenüber COVID-19.

Anstatt Frettchen, Makaken oder Mäuse zu manipulieren, wäre es nützlicher in effiziente Technologien des 21. Jahrhunderts zu investieren. Unter denen, die sich als sehr vorausschauend erwiesen haben, ist das Invitro-Gerät namens “MIMIC” (Modular Immune In vitro Construct). Es handelt sich, um ein In-vitro-Modell des menschlichen Immunsystems, das vor klinischen Studien am Menschen ermöglicht, die besten Produkte vorab zu wählen, im Gegensatz zu Tierversuchen (4)

“Die Informationen, die Sie aus diesem Testvorgang erhalten, gehen weit über Resultate aus Mausstudien hinaus”, sagt Michael Rivard, Vice President of Corporate Development bei VaxDesign, “da sie Elemente des menschlichen Immunsystems sind, und auch, da man die Wirkungsweise anhand des genotypischen Spektrums sehen kann” (5). In-vitro-Technologien (wie MIMIC“Organ-on-a-Chip” und viele andere) müssen jedoch, um auf legislativer Ebene akzeptiert zu werden, eine Zuverlässigkeitsrate von 85-90% anstreben… Gemäss der FDA ist das “Tiermodell” nur zu 10% zuverlässig. Eine Strategie, die auf einer Reihe von In-vitro-Tests mit menschlichem Material basiert, wäre viel relevanter als die Fortsetzung von Tierversuchechen. Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel, wenn wir unsere Gesundheit vor den Krankheiten des 21. Jahrhunderts schützen wollen. COVID-19 wird zumindest den Verdienst haben, die unzuverlässigen experimentellen Praktiken und veraltete Rechtsvorschriften in Frage zu stellen, die heutzutage noch gefordert werden?»

Quelle: DR. ANDRÉ MÉNACHE, TIERARZT UND ZOOLOGE WISSENSCHAFTLICHES KOMITEE PRO ANIMA WWW.PROANIMA.FR

1. https://www.statnews.com/2020/03/11/researchers-rush-to-start-moderna-coronavirus-vaccine-trial-without-usual-animal-testing/

2. https://www.ibtimes.com/coronavirus-update-vaccine-skips-important-animal-testing-phase-straight-human-trials-2941208

3. https://www.statnews.com/2020/03/11/researchers-rush-to-start-moderna-coronavirus-vaccine-trial-without-usual-animal-testing/

4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19807200/

5. https://www.fiercepharma.com/vaccines/vaxdesign-offers-an-alternative-to-animal-studies

orizzonti Juni 2020

Anmerkung: Ein Zirkus, der nur der Mensch veranstalten kann, für ein harmloses Virus. Aber es wird wieder viel Geld mit Forschungen verdient und ausgegeben.